Der CDU-Bundestagsabgeordnete Detlef Seif hatte sich wegen vermehrten Beschwerden über die Westnetz GmbH an die Bundesnetzagentur gewandt. Hintergrund sind zahlreiche Hinweise aus seinem Bundestagswahlkreis. Kritisiert wurden unter anderem Verzögerungen beim Netzanschluss, Probleme beim Zählerwechsel, ausstehende oder nicht nachvollziehbare Abrechnungen sowie unregelmäßige oder ausbleibende Abschlagszahlungen im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen.
Nun hat der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, auf das Schreiben des Abgeordneten reagiert. Dieser bestätigt, dass die Beschwerden über Westnetz seit Juni 2024 massiv angestiegen seien. Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur handele es sich nicht um bloße Einzelfälle, sondern um strukturelle Schwierigkeiten. Ursache seien unter anderem Probleme nach einer umfassenden IT-Umstellung bei Westnetz.
Die Bundesnetzagentur führt aus, dass sie bereits seit Sommer 2024 mit Westnetz im Gespräch sei. Seit April 2025 fordere sie monatliche Sachstandsberichte an, erläutert Müller dem Abgeordneten. Zudem wurde im Juli 2025 ein Aufsichtsverfahren wegen Verzögerungen bei der Auszahlung von Einspeisevergütungen eröffnet. Ende Mai hatte das Präsidium der Bundesnetzagentur außerdem die Geschäftsführungen von Westnetz und Westenergie sowie Vertreter des E.ON-Konzerns zu einem Gespräch nach Bonn gebeten.
Seif begrüßt, dass die Bundesnetzagentur die Probleme ernst nimmt und auf konkrete Verbesserungen drängt. Zugleich hofft er, dass die Betroffenen nun zügig spürbare Fortschritte erwarten dürfen: „Die Probleme sind seit langem bekannt. Entscheidend ist, dass Lösungen gefunden werden und die Kunden das Vertrauen zurückgewinnen. Es scheint, dass auch das Unternehmen bemüht ist, sich besser aufzustellen.“
Betroffene Anlagenbetreiber können sich nach Auskunft der Bundesnetzagentur bei Problemen rund um Netzanschluss und Vergütung von EEG-Anlagen auch direkt an die Behörde wenden. Die Bundesnetzagentur verweist hierfür auf die E-Mail-Adresse eeg [at] bnetza.de.

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