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Standpunkte von Detlef Seif


Nach dem Grundgesetz ist der Abgeordnete des Deutschen Bundestages "Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur seinem Gewissen unterworfen". Der Bundestagsabgeordnete ist hierbei nicht nur Teil des Gesetzgebungsorgans "Bundestag". Vielmehr wird aufgrund seiner herausragenden Position in seiner Heimatregion erwartet, dass sich der Abgeordnete in allen Bereichen Gewinn bringend für seine Region und die Städte und Gemeinden seines Wahlkreises und die Menschen einsetzt. Detlef Seif widmet sich diesen Aufgaben mit voller Kraft. Dabei bestimmen die Leitbilder der Sozialen Marktwirtschaft und Christlichen Soziallehre sein politisches Handeln.

Lieblingszitat von Detlef Seif:
"Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen."
(Johann Wolfgang von Goethe)

Seine Standpunkte in den Bereichen:

- Haushalt und Finanzen

- Energiepolitik

- Sozialpolitik

- Innere Sicherheit

- Verteidigung

- Bildungspolitik

- Gesundheitspolitik





Haushalt und Finanzen


Solide Staatsfinanzen sind Grundvoraussetzung für Währungsstabilität, Wirtschaftswachstum, sichere Arbeitsplätze und ein Markenkern bürgerlicher Politik. Die öffentlichen Haushalte haben mittlerweile eine Gesamtverschuldung von rund 2,1 Billionen Euro erreicht. Dies führt zu zusätzlichen Zinslasten von rund 56 Milliarden Euro jährlich. Diese Mittel stehen nicht mehr für Investitionen und gestalterische Maßnahmen zur Verfügung. Außerdem sind Schuld- und Zinslasten eine „Hypothek“ auf Kosten künftiger Generationen. Deutschland ist die größte Volkswirtschaft in der EU und eines der wichtigsten Länder im Euroraum. Deshalb sollte gerade Deutschland beim Schuldenabbau vorangehen und der Rückführung der Kredite ersten Rang einräumen.

Ich unterstütze die Politik der unionsgeführten Bundesregierung, die auf die „Gesundung“ der Staatsfinanzen setzt. In einem ersten Schritt haben CDU und CSU gegen Widerstände aus der SPD eine wirksame „Schuldenbremse" im Grundgesetz verankert. Diese sieht vor, dass die öffentlichen Haushalte ohne Einnahmen aus Krediten ausgeglichen werden müssen. Zulässig bleibt eine Neuverschuldung nur bis maximal 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Diese Vorgabe hat der Bund 2012 und damit vier Jahre vor dem vollständigen Inkrafttreten der Schuldenbremse erfüllt. Mit dem Bundeshaushalt 2014 wurde nach über 40 Jahren der erste strukturell ausgeglichene Haushalt vorgelegt und die „Schwarze Null“ erreicht. Nächstes Ziel ist, das Verhältnis der Schulden der öffentlichen Haushalte zur Wirtschaftskraft wieder auf den Wert der Maastricht-Kriterien von 60 Prozent zurückzuführen. Aktuell liegt er deutlich über 70 Prozent.

Langfristiges Ziel einer verantwortungsvollen Haushalts- und Finanzpolitik muss es sein, dass der Staat dauerhaft mit dem auskommt, was er erwirtschaftet. Deshalb steht die Aufgabenkritik an erster Stelle. Manche Politiker sind unermüdlich darin, neue Ausgabenpositionen zu finden. Daher bedarf es eines grundlegenden Umdenkens bei den Verantwortlichen in Bund, Bundesländern und Kommunen. Unser Staatswesen hat sich in die Richtung eines „Wohlfahrtstaates" oder besser gesagt „Verschwendungsstaates" entwickelt, in dem Mittel nach dem „Gießkannenprinzip" verteilt werden. Zu fest ist im Bewusstsein vieler Politiker und Bürger verankert, dass der Staat für alles zuständig ist und in alle Bereichen hineinreguliert, oder treffender gesagt, sich überall einmischt. Dies muss deutlich zurückgefahren werden, zur „Gesundung der Staatsfinanzen“, aber auch zur Vereinfachung bestehender Gesetze und Entbürokratisierung.

Deshalb begrüße ich, dass die Schuldenbremse verfassungsrechtlich verankert ist und ab 2020 auch für die Bundesländer gilt, die ihre Haushalte dann gänzlich ohne neue Schulden aufstellen müssen.

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Energiepolitik


Die Energiewende ist eines der zentralen Vorhaben der Bundespolitik. Mit dem Energiekonzept vom 28. September 2010 und dem Beschluss des Energiepakets im Juni 2011 hat sie eine langfristige, bis zum Jahr 2050 reichende energiepolitische Gesamtstrategie vorgelegt. Ziel ist es, eine zuverlässige, wirtschaftliche und umweltfreundliche Energieversorgung im 21. Jahrhundert sicherzustellen.

Für den Umbau unserer Energieversorgung haben wir uns ehrgeizige Eckpfeiler gesetzt: Der Anteil von Strom aus Wind, Sonne, Biomasse, etc. am Bruttoendenergieverbrauch soll gegenüber dem Referenzjahr 1990 auf 18 Prozent in 2002 und auf 60 Prozent im Jahr 2050 steigen. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung soll bis 2020 mindestens 35 Prozent und im Jahr 2050 80 Prozent betragen. Die Treibhausgasemissionen sollen bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um mindestens 80 Prozent sinken.

Deutschland hat demnach die Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft im Wesentlichen aus erneuerbaren Quellen zu decken. Damit sind beträchtliche Herausforderungen und Risiken, aber auch große Chancen verbunden. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten gilt es daher, die Energiewende mit Augenmaß zu gestalten und sie nicht zuletzt auch „europafest“ zu machen.

Insbesondere wird es darum gehen, die mitunter in Konflikt stehenden Ziele im Bereich der Energiepolitik in einen Ausgleich zu bringen. So muss gewährleistet werden, dass Energie für Bürger und Unternehmen weiterhin bezahlbar bleibt. Andernfalls wären Energiearmut und Arbeitsplatzverluste die Folge. Gleichzeitig sind Bürger und Unternehmen auf eine zuverlässige Energieversorgung angewiesen. Energie muss jederzeit verfügbar sein. Nicht zuletzt sollte unsere Energieerzeugung auch umweltfreundlich sein.

Wir müssen uns daher weiterhin anstrengen, die Folgen unseres Energieverbrauchs für das Klima und die Gesundheit der Menschen zu reduzieren. Mit meinen Kollegen in der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag setze ich mich für eine ausgewogene Energiepolitik ein, welche die drei Ziele - Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Umweltfreundlichkeit – im Blick hat.

Mit der jüngsten Reform des Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG), dem Aktionsprogramm „Klimaschutz 2020“ und dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) sind in dieser Legislaturperiode weitere wichtige Rahmenbedingungen geschaffen und neue Impulse gesetzt worden. Das Weißbuch 2015 Antwort auf eine Kernfrage, die in den vergangenen Wochen und Monaten zu entscheiden war: Reicht die Weiterentwicklung des nationalen Strommarktes aus oder brauchen wir einen so genannten Kapazitätsmarkt, um langfristig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten? Nach intensiver Diskussion und sorgfältiger Abwägung aller Argumente haben wir uns klar entschieden für einen „Strommarkt 2.0“, abgesichert durch eine Kapazitätsreserve.

Ob Politik, Unternehmen oder Bürger: Um die Klimaziele zu erreichen müssen alle Akteure an einem Strang ziehen und jeder muss einen angemessenen Beitrag leisten: Der Ausbau der regenerativen Energien, die Erweiterung der Stromnetze, die Verringerung des Stromverbrauchs und die energetische Sanierung des Gebäudebestands sind einige der vor uns liegenden Aufgaben, die wir nur gemeinsam lösen können.

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Sozialpolitik


Eine vernünftige Sozialpolitik muss sich an zwei Grundsätzen orientieren: Solidarität und Subsidiarität. Das Solidaritätsprinzip gebietet, dass die Gemeinschaft denjenigen helfen muss, die nicht im Stande sind, für ihren Lebensunterhalt selbst zu sorgen. Ein Verlust des Arbeitsplatzes, eine schwere Krankheit oder andere widrige Umstände können jeden treffen und dürfen nicht zum Existenzverlust führen.

Eine soziale Ordnung, die einzig und allein auf dem Solidaritätsprinzip beruht, führt jedoch in einen unfinanzierbaren Wohlfahrts- und Versorgungsstaat. Die Solidarität muss daher mit dem Prinzip der Eigenverantwortung in Einklang gebracht werden. Alles, was der einzelne Mensch aus eigener Initiative zu leisten vermag, sollte nicht der Gesellschaft als Aufgabe zugewiesen werden.

Beide Prinzipien gehören zusammen. Starke und Schwache dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beide müssen ihren Beitrag zum Funktionieren unseres Gemeinwesens leisten. Die Schwachen müssen dazu befähigt werden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Dementsprechend befürworte ich das Prinzip des "Förderns und Forderns" in der Arbeitsmarktpolitik. Arbeitslose haben einen Anspruch auf finanzielle Unterstützung durch die Allgemeinheit, wenn sie nachweisen, dass sie sich ernsthaft um einen neuen Arbeitsplatz bemühen. Sie müssen dabei unterstützt werden, möglichst schnell wieder eine Beschäftigung zu finden. Gleichzeitig müssen wir Leistung fördern, um sozialen Ausgleich überhaupt möglich zu machen. Das Steuerrecht sollte einfacher, transparenter und gerechter gestaltet werden.

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Innere Sicherheit


MdB Detlef Seif im Gespräch mit Polizeidirektor Carsten Westerkamp, dem Büroleiter seines Euskirchener Wahlkreisbüros Hans-Josef Thelen, Polizeihauptkommissar Tino Leutert und dem Ersten Polizeihauptkommissar Jürgen Gerfried Müller.

Zu den Aufgaben des Staates gehört es, seine Bürgerinnen und Bürger vor Gefahren zu schützen, die etwa von Kriminalität und Terrorismus ausgehen. Will er von seinen Handlungsbefugnissen Gebrauch machen und die Sicherheitsbehörden zum Schutz der Bevölkerung mit bestimmten Rechten ausstatten, so muss der Staat die Sicherheitsanforderungen in Einklang mit den Grundrechten seiner Bürger bringen – oftmals kein leichtes Unterfangen.

Sicherheit und Freiheit bedingen einander - ohne Sicherheit kann es keine Freiheit geben. Sicherheit ist eine Voraussetzung für Freiheit. Menschen können sich nur in einem sicheren Umfeld persönlich frei entfalten.

Die innere Sicherheit unseres Landes ist heute mehr denn je einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt: so insbesondere der schweren und organisierten Kriminalität, dem Rechts- und Linksextremismus und der illegalen Migration. Die Sicherheitslage in Deutschland ist nach Einschätzung von Experten aber vor allem aufgrund des islamistischen Terrorismus sehr ernst. Bislang sind mindestens 700 gewaltbereite Islamisten in die Kriegsgebiete des Islamischen Staates (IS), in den Irak und nach Syrien, aufgebrochen, um in radikal-islamischen Organisationen zu kämpfen. Etwa ein Drittel von ihnen ist inzwischen nach Deutschland zurückgekommen. Diese sogenannten Rückkehrer stellen eine Gefahr für Deutschlands Sicherheit dar, da sie auch als Einzeltäter terroristische Anschläge verüben können.

Trotz alledem gehört Deutschland zu einem der sichersten Länder weltweit. Dies haben wir unseren Sicherheitsbehörden, den Polizeibehörden von Bund und Ländern, dem Bundesamt für Verfassungsschutz, dem Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) sowie den Nachrichtendiensten zu verdanken, deren Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz sind und hervorragende Arbeit bei der Verhütung und Verfolgung von Straftaten leisten.

Die Politik der unionsgeführten Bundesregierung hat seit 2005 die Voraussetzungen hierfür geschaffen, ohne bürgerliche Freiheiten unnötig einzuschränken:

Mit der Reform des Personalausweisgesetzes und des Passgesetzes wird die Ausreise gewaltbereiter Islamisten in die Krisengebiete des Irak und nach Syrien zum Dschihad noch besser verhindert. Neben der Möglichkeit, den betreffenden Personen den Reisepass zu entziehen, haben die Behörden nun auch die Befugnis, ihnen zugleich den Personalausweis zu entziehen und einen Ersatz-Personalausweis auszustellen, der einen Ausreise-Sperrvermerk enthält. Das überarbeitete Gesetz zur Verfolgung der Vorbereitung schwerer staatsgefährdender Gewalttaten stellt zudem Reisen zum Zwecke der Teilnahme an Terrorcamps und die Finanzierung terroristischer Straftaten unter Strafe.

Mit dem Anti-Terrordateigesetz aus dem Jahr 2006 wurden die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern zur Aufklärung und Bekämpfung des internationalen Terrorismus besser vernetzt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat kürzlich effektive nachrichtendienstliche Ermittlungsinstrumente erhalten, um extremistische Strukturen im Vorfeld besser aufzuklären.

Die Bundespolizei erhält im Jahr 2015 vom Bund 400 zusätzliche Stellen und finanzielle Unterstützung für die Beschaffung von Fahrzeugen und Ausstattung in Höhe von 20 Millionen Euro. Bis 2018 sollen über 3.750 weitere Stellen für Bundespolizei, Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz bereitgestellt werden, zum Teil befristet. Gleichzeitig sollen sich die Sicherheitskräfte zukünftig nur noch auf die Erfüllung ihrer Kernaufgaben konzentrieren, in den anderen Bereichen sollen sie entlastet werden.

Ich setze mich dafür ein, dass die Sicherheitsbehörden unter Wahrung rechtsstaatlicher Grundsätze auch weiterhin die notwendigen Maßnahmen ergreifen dürfen, die für eine effektive Gefahrenabwehr erforderlich sind. Insbesondere unterstütze ich den Vorstoß der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Einführung einer Speicherpflicht und Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten. Die sog. Vorratsdatenspeicherung ist ein wichtiges Ermittlungsinstrument für die Polizei, um schwerste Straftaten wie Kinderpornografie oder Terrorakte der Islamistenszene zu verhindern bzw. aufzuklären. Ermittler betonen immer wieder, dass digitale Spuren hier oft den einzigen Ermittlungsansatz darstellen, um an den oder die Täter zu gelangen.

Ein Anliegen ist es mir schließlich auch, unsere Sicherheits- und Einsatzkräfte bei Einsätzen vor Angriffen zu schützen. Sie werden leider zunehmend Opfer von Gewalttaten. Neben einer optimalen Ausrüstung unterstütze ich die Schaffung eines entsprechenden Straftatbestandes, um potentielle Angreifer bereits im Vorfeld abzuschrecken.

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Verteidigung


Foto (v. l.): Oberstleutnant Christian Reichert, MdB Detlef Seif und der Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick hießen den Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe (M.) bei seinem Besuch der Mechernicher Bleibergkaserne herzlich willkommen.

Für den Schutz der Freiheit und Sicherheit Deutschlands und seiner Bürger ist unsere Bundeswehr ebenso zuständig wie für die Beteiligung an internationalen Einsätzen zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung, soweit sie sich aus den Bündnisverpflichtungen Deutschlands ergeben oder aus Missionen der Vereinten Nationen (VN) oder der Europäischen Union (EU) folgen.

Die Erfüllung dieser Aufgaben gestaltet sich zunehmend schwierig, da sich das internationale Umfeld Deutschlands in den vergangenen Jahren tiefgreifend und rasant verändert hat. Der grundlegende Wandel im Sicherheitsumfeld hat neue Risiken und Bedrohungen zur Folge, die eine Herausforderung sowohl für Deutschland als auch seine europäischen und transatlantischen Bündnispartner darstellen. So haben politische und gesellschaftliche Konflikte insbesondere in vielen Regionen des Nahen Ostens und in Teilen Afrikas zur Destabilisierung und Auflösung alter Werte- und Staatenordnungen geführt und dem islamistischen Terrorismus den Weg bereitet. Terroristische Gruppen wie der IS in Syrien und im Irak oder Boko Haram in Afrika agieren seither auch international und bedrohen Freiheit und Sicherheit vieler europäischer Staaten. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine verdeutlicht, dass neben all den neuen Gefahren konventionelle Bedrohungen unserer Sicherheit durch unsere direkte Nachbarschaft nicht der Vergangenheit angehören. Die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ihrer Trägermittel stellt ebenfalls eine potentielle Bedrohung für Deutschland und seine militärischen Partner dar.

Eine Problematik, die uns seit geraumer Zeit auch beschäftigt und humanitär verpflichtet, sind die enormen Ströme von Flüchtlingen aus dem Mittelmeerraum, die in Europa vor allem Schutz vor Verfolgung, Krieg und Hunger suchen.

Auf all diese komplexen Herausforderungen musste und muss die Bundeswehr stärker als bisher ausgerichtet werden. Bundesregierung und Bundestag haben daher bereits im Jahr 2011 die größte Strukturreform in der Geschichte der Bundeswehr beschlossen. Diese zielt darauf ab, die Einsatzfähigkeit der Truppe unter sich wandelnden Rahmenbedingungen zu erhalten und erhöhen. Überdies sollen die Strukturen der Bundeswehr demografiefest und ihre Fähigkeiten dauerhaft finanzierbar gemacht werden. Dies hat auch zur Folge, dass die Pflicht zur Ableistung des Wehrdienstes ausgesetzt und durch einen Freiwilligen Wehrdienst ersetzt wurde. Zugleich wird die Personalstärke der Bundeswehr reduziert.

Nun gilt es, die Bundeswehr und deren Angehörige auf dem Weg in die vorgegebenen Strukturen zu begleiten. Die Auswirkungen der Reform müssen sozialverträglich ausgestaltet werden. Hierzu wurden Prozesse und Strukturen, die die Neuausrichtung der Bundeswehr vorgegeben hat, auf Feinjustierungsbedarf hin überprüft. Wo sich Änderungsbedarf ergibt, soll entsprechend nachgesteuert werden. Die Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr muss ebenfalls gesteigert werden, damit auch in Zukunft qualifizierter Nachwuchs gewonnen werden kann. Hierzu hat der Bundestag nach dem Einsatzversorgungs-Verbesserungsgesetz und dem Bundeswehrreform-Begleitgesetz im Februar 2015 das Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr, kurz Bundeswehrattraktivitäts-steigerungsgesetz (BwAttraktStG), verabschiedet, das insbesondere bessere Arbeitsbedingungen und Dienstgestaltungen, eine attraktivere Vergütung sowie eine verbesserte soziale Absicherung der Bundeswehrangehörigen vorsieht. Das Zulagenwesen sowie die Regelungen zu den Hinzuverdienstgrenzen sollen noch einmal separat geprüft werden.

Ebenso wichtig wie die laufende Neuausrichtung der Bundeswehr und die Steigerung der Attraktivität des Militärdienstes ist es, schnellstmöglich eine sicherheitspolitische General- bzw. Strategiedebatte im Deutschen Bundestag anzustoßen. Eine solche ist angesichts der oben skizzierten Entwicklungen dringend geboten, um zu verhindern, dass Deutschland in Zukunft eventuell wieder sogenannten strategischen Schocks ausgeliefert ist. Die Strategiedebatte sollte anhand folgender, aufeinander aufbauender fünf Fragen geführt werden: Erstens – Wie definiert Deutschland seine außen- und sicherheitspolitischen Aufgaben?, zweitens – Welche Zielrichtung folgt aus diesen außen- und sicherheitspolitischen Interessen Deutschlands?, drittens – Welche Regionen sind im Fokus?, viertens – Welche zivilen und militärischen Instrumente wollen wir in unserer Planung einsetzen?, und schließlich fünftens – Wie lässt sich eine verstärkte Zusammenarbeit, Bündelung und Teilung der Aufgaben innerhalb des NATO-Bündnisses und innerhalb der gemeinsamen Ausrichtung der EU in der Planung effektiver und besser darstellen? Für ein erfolgreiches und funktionierendes Konflikt- und Krisenmanagement ist es im Übrigen auch notwendig, zivile und militärische Handlungsfelder umfassend miteinander zu vernetzen. Mit der Einrichtung des Unterausschusses für zivile Krisenprävention im Auswärtigen Ausschuss hat der Deutsche Bundestag den ersten Schritt vollzogen. In einem zweiten Schritt sollten nun alsbald auch alle anderen politisch relevanten Bereiche – Außen- und Innenpolitik, Recht und Europa, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit – mit dem Verteidigungsressort vernetzt werden.

Die Soldaten und Zivilbediensteten der Bundeswehr haben für ihre Arbeit im In- und Ausland Respekt und Wertschätzung verdient. Insbesondere bei Auslandseinsätzen sind unsere Soldaten erheblichen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt, viele haben im Dienst bereits ihr Leben verloren. Aber auch für Angehörige und Familien ist der Militärdienst regelmäßig mit Nachteilen und Entbehrungen verbunden. Aufgabe der Politik ist es, unsere Soldaten bei der Ableistung ihres Wehrdienstes nach besten Kräften zu unterstützen – dies gilt vor allem in besonderen Belastungssituationen wie Auslandseinsätzen. Im Bereich der Ausrüstung besteht ebenfalls Handlungsbedarf – unsere Soldaten sind im Einsatz auf modernes Gerät und beste Technologien angewiesen. Auch hierfür sind im Wehretat entsprechende Mittel bereitzustellen.

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Bildungspolitik


Bildung ist ein wichtiger Faktor. Sie ist entscheidend für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Wenn wir künftig auf den Weltmärkten bestehen wollen, brauchen wir auch weiterhin gut ausgebildete Forscher, Ingenieure und Facharbeiter. Deshalb begrüße ich, dass der Bund und die Bundesländer in ihrer gesamtstaatlichen Verantwortung dieser Frage Priorität einräumen und auch in Zeiten der Haushaltskonsolidierung die öffentlichen Bildungsausgaben mit Augenmaß gesteigert haben.

In Zeiten wachsender Mobilität sind die Vergleichbarkeit zwischen Bildungsabschlüssen und Bildungseinrichtungen sowie die Sicherung der Durchlässigkeit des Bildungssystems von großer Bedeutung. Daher ist es sinnvoll, für zentrale Fächer nationale, bundesweite Bildungsstandards zu entwickeln und hierzu abgestimmte Maßnahmen zwischen Bund und Ländern zu vereinbaren. So entsteht die notwendige Transparenz, die einen Leistungsvergleich zwischen den Bundes-ländern ermöglicht.

Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, eine gute Ausbildung zu erhalten, die ihn befähigt, ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen. Dazu bedarf es eines leistungsfähigen und zugleich effizienten Bildungssystems, das gesellschaftliche Teilhabe sichert. Das gegliederte Schulsystem hat sich bewährt. Es ermöglicht eine individuelle und leistungsgerechte Förderung für jeden Schüler. Eine Abschaffung von Gymnasium und Realschule wird den unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten unserer Kinder nicht gerecht.

Die finanzielle Unterstützung von Studierenden und Schülern durch Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) trägt der Bund ab 2015 alleine und stellt dafür im Jahr 2015 rund 2,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Bislang hatten Bund und Länder diese Kosten gemeinsam getragen. Damit werden die Länder um rund 1,2 Milliarden Euro entlastet, was ihnen finanzielle Spielräume im Bildungsbereich verschafft. Außerdem werden ab 2016 die Bedarfssätze und die geltenden Vermögensfreibeträge beim BAföG angehoben.

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Gesundheitspolitik


Oberstes Ziel der Gesundheitspolitik muss es sein, dass auch zukünftig jedermann - ungeachtet seines Einkommens oder sonstiger Faktoren - Zugang zu wirksamer medizinischer Fürsorge erhält. Vor dem Hintergrund stetig steigender Kosten im Gesundheitssystem sind hierfür grundlegende Reformen erforderlich.

Die Kräfte des Wettbewerbs sollten genutzt, die gesetzlichen Kassen schrittweise in den freien Wettbewerb überführt werden. Das aktuelle System, in dem ein fester Betrag für die Krankenversicherung auf die Lohnnebenkosten aufgeschlagen wird, ist wettbewerbsfeindlich und vernichtet Arbeitsplätze.

Der Staat soll sich entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip nur dann durch Transferleistungen "einmischen", wenn dies erforderlich ist, so etwa zur Meidung von sozialen Härtefällen (bei sozial Schwachen, bestimmten kostenintensiven Krankheiten und der Mitversicherung von Kindern).

Der Wegfall von gesetzlichen Krankenversicherungen hätte zudem den Charme, dass die in Arztpraxen durchaus anzutreffende Praxis der Benachteiligung von "Kassenpatienten" nicht mehr stattfände.

Besonders wichtig ist eine Verbesserung der Prävention. Einseitig wird nach wie vor der Schwerpunkt auf die Behandlung von Krankheiten gelegt, anstatt durch Aufklärung und geeignete Maßnahmen wie Breitensportförderung oder Förderung gesunder Lebensführung die Entstehung von Krankheiten zu vermeiden.

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 Einblicke