Fälle von Fehlbildungen an Händen gibt es auch im Kreis Euskirchen

Auch im Kreis Euskirchen gibt es Neugeborene mit Fehlbildungen an einer Hand. Nachdem eine Hebamme aus Köln vergleichbare Fälle öffentlich machte, hat sich der Bundestagsabgeordnete Detlef Seif an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gewandt. Seif fordert ein „bundesweites Frühwarnsystem“. Betroffenen aus dem Kreis Euskirchen bietet er an, sich an sein Büro zu wenden.

Die Hebamme Sonja Liggett-Igelmund berichtet, dass ihr aktuell eine Vielzahl von Kindern mit einer entsprechenden angeborenen Behinderung bekannt ist. „Dieses Phänomen existiert auch im Kreis Euskirchen“, schreibt Seif an den Bundesgesundheitsminister. Inzwischen weiß Seif von vier Fällen aus den letzten Monaten, in denen Kinder mit nur einer Hand geboren wurden [Stand: 16.09.2019].

Seif war mit der Thematik im Februar zum ersten Mal betraut. „Bei meinen Nachforschungen vor sechs Monaten sah sich aber zunächst niemand verantwortlich“, so der Abgeordnete. Umso mehr lobt er die Initiative der Kölner Hebamme: „Frau Liggett-Igelmund leistet eine tolle Arbeit. Das habe ich ihr auch im persönlichen Gespräch schon mitgeteilt. Sie hat mit ihrer Initiative das nötige Bewusstsein geschaffen, um die Aufklärung voranzutreiben.“

Die statistische Erfassung der Daten sei zurzeit unzureichend. Erhebungen, ob bei Neugeborenen eine Behinderung vorliegt und um welche Art von Behinderung es sich handelt, erfolgen nicht. „Die Einschätzung, dass es sich bei den Fehlbildungen an der Hand um Einzelfälle handele, ist offensichtlich falsch. Es gibt viele Fälle. Es bedarf einer fundierten Datenlage und Erforschung der Ursachen“, so Seif.

Deshalb sei für ihn ein bundesweites Frühwarnsystem besonders wichtig: „Nur wenn die Behinderungen bei Neugeborenen individuell erfasst werden, wird das tatsächliche Ausmaß und ein eventueller Zusammenhang deutlich. Wenn bestimmte Behinderungen bundesweit oder regional verstärkt auftreten, muss dem nachgegangen werden. Gegebenenfalls einheitliche Ursachen müssen ermittelt werden.“

Damit könnte zukünftig bei Neugeborenen gegebenenfalls eine Behinderung vermieden werden.

Um sicherzustellen, dass alle Fälle im Kreis Euskirchen erfasst werden, bietet Seif den betroffenen Eltern an, sich an sein Regionalbüro zu wenden. „Meine Mitarbeiter und ich werden mit den Informationen vertraulich umgehen und Daten – wenn überhaupt – nur nach Rücksprache weitergeben.“

Regionalbüro
Detlef Seif MdB
Bischofstraße 21
53879 Euskirchen

Tel.: 02251 774 04 74
E-Mail: detlef.seif.ma01@bundestag.de

Eingestellt am 16.09.2019.
2019-09-16T18:00:21+00:00